Alkoholabhängigkeit-Medikamentenabhängigkeit etc.

Posted on 07/09/09, in Hobbies und so, by chris

Seitdem der Heuschnupfen bei mir dieses jahr durchkam dachte ich immer öfter vor’m Einschlafen darüber nach:

Was ist eigentlich eine Medikamentenabhängigkeit?

Bin ich medikamentenabhängig weil ich ab jetzt fast der gesamte Jahr über Anti-Histamin Präperate nehmen muss? Ist das schlimm – würde man sagen das ich medikamentenabhängig bin?

Aktuell besteht anscheinend die Annahme das ein Mensch nach seiner Geburt ohne irgendwelche Hilfsmittel etc. leben kann

In der heutigen Welt ist das m.E. jedoch nicht so! Genaugenommen wurden die Leute “früher” auch nicht sehr alt.

Ist es schlimm wenn jemand Geldabhängig ist weil er Miete zahlen muss? Sollte man den Fisch verurteilen das er Wasserabhängig ist? Und die Menschheit weil sie ohne sauberes Wasser und Sauerstoff nicht leben kann?

Ich weiß es nicht.

Jedenfalls spricht man bei der klassischen Medikamentenabhängigkeit vermutlich nicht von Anti-Histamin oder Aspirin.

Nasenspray allerdings – ist schon wieder der Rede wert. (http://www.med1.de/Forum/HNO/1161/)

Wann Abhängigkeit beginnt kann ich schlecht definieren.
Ich würde sagen wenn der Wegfall dieses “Stoffes / Mittels / Gegenstands” als nachhaltig physisch, psychisch belastend bewertet wird und somit das Leben massiv beeinträchtigt werden würde.

Bei mir wärem das:

- Gesundheit (Gesundheitsabhängig)
- Arbeit (Arbeitsabhängig)
- Freunde (Freundesabhängig)
- Bildung (Bildungsabhängig)
- Geld (Geldabhängig)
- Politik / Recht und Ordnung, Infrastruktur (Staatsabhängig)
- Bett / Schlaf (Schlafabhängig)

+ noch 100-200 weitere Dinge….

Zusammengefasst kann man sagen, dass Leute nur dann als Abhängig (von irgendetwas) gelten wenn diese Abhängigkeit nur bei einem geringen Teil der Bevölkerung vorkommt.

Immer dann wenn “der die das Stoff” als “eigentlich” unnötig betrachtet wird (Internet, TV, Nasenspray …) wird von einer “Abhängigkeit” gesprochen …. Später wird dann die Definition geändert – “soviele wie angenommen sind doch nicht abhängig” – weil der Definitionsmaßstab  sich in Folge gesellschaftlicher Akzeptanz (bsp: Internet) insoweit verändert das aus einem Großteil der “Süchtigen” normale “User”  werden.

Man stelle sich vor jemand hätte sich 1997 geoutet und gesagt : “Ich bin täglich 4 Stunden im Internet”. Das hätte für eine Zwangseinweisung gereicht.

4 Stunden auf der Arbeit Musik hören ist aber annerkannt. Schalten Sie einfach mal das Radio aus! Ich garantiere Ihnen – wenn Sie daran gewöhnt sind – es wird Sie verrückt machen!

Abhängigkeiten sollte man also differenziert betrachten,
Am besten jeder geht im Kopf mal das durch was er zum Leben braucht und was ihm wichtig ist.

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